Kündigungen konkret: Aktuelle Zahlen und Statistiken

Laut einer aktuellen Umfrage haben 45 Prozent der Arbeitnehmer Angst davor, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Aber nur drei Prozent rechnen damit, dass das in den nächsten zwei Jahren tatsächlich auch passiert. Das klingt zunächst nach einem Widerspruch. Aber man könnte die Umfrageergebnisse auch so interpretieren, dass die Angst vor einer Kündigung oder vor Jobverlust so groß ist, dass nur drei Prozent sich konkret vorstellen können oder wollen, dass es auch wirklich dazu kommt. Fakt ist jedenfalls: die Angst vor dem Jobverlust ist weit verbreitet. Aber ist sie auch berechtigt? Ist die Zahl der Kündigungen oder Entlassungen wirklich so hoch? Was sind die Hauptgründe für Kündigungen? Ein Blick in aktuelle Statistiken.

Die Arbeitslosenzahl: Entwicklung der letzten Jahre

Nimmt man zunächst die aktuelle Arbeitslosenzahl als Gradmesser, so lässt sich zunächst festhalten: sie ist in den letzten Jahren nicht gestiegen, sondern seit 2005 fast kontinuierlich gesunken. Während vor sieben Jahren noch 4,86 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos waren, lag die Zahl der Arbeitslosen im August 2012 bei 2,95 Millionen. Wobei es hier, das muss zu dieser Statistik immer gesagt werden, nur um die Menschen geht, die offiziell als arbeitslos gemeldet sind. Trotzdem: ein ermutigendes Zeichen. Das gilt ähnlich für die weltweite Arbeitslosenquote, die zwar nicht gesunken, aber dafür seit 2009 mit rund 6 Prozent relativ konstant geblieben ist.

Bestand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen in Deutschland:

Die Talfahrt ist überwunden. Das lässt sich aus den aktuellen, von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen der gemeldeten offenen Arbeitsstellen in Deutschland herauslesen. War die Zahl der gemeldeten Stellen von 2007 bis 2009 von 422.721 auf 300.641 um über 120.000 und damit deutlich gesunken, so ist sie zwischen dem Tiefpunkt-Jahr 2009 und 2012 wieder sichtbar angestiegen. Mit 477.528 im Jahresdurchschnitt war die Anzahl der gemeldeten Stellen sogar noch höher als 2007. Auch das ein ermutigendes Zeichen.

Hauptkündigungsgründe:

Schauen wir uns jetzt mal die Gründe an, warum Arbeitnehmer in den letzten Jahren ihren Job verloren haben. So haben laut einer Untersuchung der TNS Infratest Sozialforschung im Jahr 2008 beispielsweise 27,4 Prozent ihr Beschäftigungsverhältnis durch eigene Kündigung beendet. Die Hauptgründe dafür waren schlechte Bezahlung und ein schlechtes Arbeitsklima. 18,2 Prozent haben ihren Job verloren, weil ihre befristete Beschäftigung oder Ausbildung beendet war und immerhin 17,8 Prozent deshalb, weil Ihnen ihr Arbeitgeber gekündigt hat. 8,8 Prozent der Beschäftigungen wurden im gegenseitigen Einvernehmen durch einen Auflösungsvertrag beendet und 6,5 Prozent, weil die Altergrenze bzw. das Pensionsalter erreicht war.

Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel:

Für 61,6 Prozent wäre schlechte Bezahlung ein Grund, den Arbeitsplatz zu wechseln. Das besagt eine Ende 2011 im Handelsblatt veröffentlichte Studie, für die 978 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden. Immerhin 53,9 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie ein schlechtes Arbeitsklima Anlass für einen Arbeitsplatzwechsel wäre. Weitere Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel, die bei der Umfrage genannt wurden:

  • Ein kürzerer Weg zur Arbeit (24,4 %)
  • Keine Weiterentwicklung möglich (22 %)
  • Mehr Verantwortung (12,1 %)
  • Eine bessere Work-Life-Balance (9,2 %)
  • Keiner dieser Gründe (20.9 %)

Kündigungen mit und ohne neuen Job in Aussicht:

Von den Arbeitnehmern, die ihren Job selbst gekündigt haben, hatten immerhin 14,7 Prozent eine neue Stelle in Aussicht und 18,5 Prozent beim Kündigungszeitpunkt auch schon einen neuen Vertrag unterschrieben. 34,4 Prozent haben dagegen ohne eine neue Stelle in Aussicht gekündigt, und 19,4 Prozent hatten nicht einmal danach gesucht. Was zeigt, dass eine „innere Kündigung“, die der tatsächlichen sehr oft vorausgeht, so dominant werden kann, dass einen selbst die Arbeitslosigkeit nicht schreckt und man diese einer „unglücklichen“ Beschäftigung vorzieht.

Häufigkeit der Arbeitsplatzwechsel:

Zwischen ein- und fünfmal haben die meisten deutschen Arbeitnehmer und damit immerhin 66 Prozent ihren Arbeitgeber bisher gewechselt. Das besagt eine von der Europäischen Kommission im Jahr 2010 veröffentlichten Studie. 7 Prozent haben bereits sechs- bis zehnmal den Job gewechselt, nur ein Prozent hat ihn mehr als zehnmal gewechselt. 14 Prozent der Befragten haben ihren Arbeitgeber dagegen noch nie gewechselt, so die Studie.

Zufriedenheit mit dem Beruf:

Wenn immerhin 14 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber nie gewechselt haben und 66 Prozent ihren Job zwischen ein- und fünfmal wechseln, deutet das an, deutet das an, dass die meisten im großen und ganzen doch mit ihrem Beruf zufrieden sind. Untermauert wird das von einer weiteren Studie, die 2011 im Stern veröffentlicht wurde. Demnach waren im April 2011 von rund 1000 befragten Arbeitnehmern 49 Prozent mit ihrem Beruf zufrieden, 40 Prozent sogar sehr zufrieden und sieben Prozent weniger zufrieden. Wirklich unzufrieden mit ihrem Job waren sogar nur vier Prozent der Arbeitnehmer. Damit erklärt sich indirekt auch mit die anfangs erwähnte große Angst der Deutschen vor einem Jobverlust, die offenbar nicht nur mit dem Verlust von Sicherheit, Geld oder Status zusammenhängt; sondern zu einem großen Teil auch damit, dass die meisten ihren Job ganz einfach mögen.

Quelle: http://de.statista.com

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